2. Mammut Swiss Irontrail – (Teil 2)

Mountains are calling!

Samstag:
It’s Race-Time. Endlich geht es richtig los. Heute darf ich ran.
Voller Vorfreude auf das Rennen heute werde ich schon früh wach. Die Sonne scheint, das Wetter hat sich komplett gedreht. Petrus ist eben doch ein Ultratrailrunner.

Ready to race

Ready to race

Beim Frühstück treffe ich Mariann aus unserer Mammut-Gruppe.
Sie ist aufgeregt, denn gleich geht es auch für sie los. Mariann startet beim T81 – ihr längstes Rennen bislang. Sie wird dieses mit Bravur am nächsten Morgen finishen. Ich habe noch etwas Zeit.
Das Einzige, was mich beim Ultralaufen manchmal wirklich stört, ist das frühe Aufstehen. Doch dieses mal ist es anders. Ich starte erst um 14:00 Uhr auf der Lenzerheide und kann noch etwas relaxen.

Noch mal Check der Ausrüstung. Die Klamotten werden bereit gelegt und alles im Rucksack verstaut. Ich bin „Ready to race“ und entschließe mich daher, schon etwas früher den Bus zum Start zu nehmen.

Am Start auf der Lenzerheide

Am Start auf der Lenzerheide

Eine gute Entscheidung, alles läuft relativ entspannt hier. Die Veranstalter Crew baut gerade noch auf.
Hin und wieder laufen Teilnehmer des T141 durch, die jubelnd von den wartenden Startern und einigen Zuschauern empfangen werden.
Klasse Stimmung.

Ich unterhalte mich kurz mit Peter von Mammut und kurz vor dem Start treffe ich auch noch Thomas, den ich vom Zugspitz-Ultra kenne.
Gemeinsam setzen wir unsere Tracker, mit denen man uns während des Rennens online verfolgen kann in Gang und dann geht es auch schon in die Startaufstellung.
Startschuss. Endlich. Attacke. Ich habe schon jetzt ein breites Grinsen im Gesicht!

Durch die wundervolle Schweiz

Durch die wundervolle Schweiz

Die ersten Kilometer sind flach und das Feld setzt sich recht zügig in Bewegung. Schnell zieht sich alles auseinander.
Früh merke ich, heute fühlt sich das Laufen ganz anders an als sonst.
Gleich bei der ersten knackigen Steigung spüre ich die 73,5 Kilometer des Klingenpfadlauf vom vergangenen Sonntag.
Für mich ist es eine vollkommen neue Erfahrung, zwei Ultrarennen an zwei aufeinander folgenden Wochenenden zu laufen.

Bei Kilometer 6 werde ich mit dem ersten Runners-High belohnt. Bei Kilometer 10 bin ich das erste mal platt.
Das kann ja heiter werden. Also laufe ich locker weiter. Hilft ja nix. Das wird dann wohl eher eine Bergwanderung, als ein Rennen? Mal schauen.
Auch wenn es bislang fast nur über Schotter und Asphalt ging, nehme ich die besondere Umgebung dieses Rennens wahr. Es geht immer wieder durch kleine verträumte Dörfer mit besonderer Atmosphäre. Ich sauge alles in mich auf.
Nach dem ersten ernst zu nehmenden Downhill erreiche ich den Verpflegungsposten in Tschirtschen. Meine Oberschenkel glühen. Aber ich genieße die Strecke.

Bergauf

Bergauf… ganz schön anstrengend…

Ich gönne mir eine etwas längere Pause und trinke das kristallklare Wasser aus dem Dorfbrunnen.
Beim Verlassen des VP fasel ich etwas von „jetzt geht der Spaß erst richtig los“. Gemeint sind damit die nächsten 8,5 Kilometer mit 1350 Höhenmetern Aufstieg hinauf zum Weißhorn auf ca. 2650 Metern.

Langsam verändert sich der Untergrund. Die Pfade werden schmaler und die Anstiege steiler.
Gerade an den steilen Anstiegen fehlt mir heute die Kraft und ich muss zahlreiche Läufer passieren lassen.
Immer wenn es nicht ganz so steil bergauf geht, komme ich besser voran und ich laufe wieder auf den ein oder anderen Läufer auf. Es ist ein munteres hin und her, innerhalb dessen sich immer wieder nette Gespräche ergeben.

Mittlerweile vermischt sich auch das Teilnehmerfeld aus den verschiedenen Distanzen. Um mich herum sowohl Starter auf meiner Distanz, als auch „141er“ und vereinzelt auch die Führenden des T81.

Dabei auch wieder bekannte Gesichter. Zuerst überholt mich Csaba, die Lauflegende aus Ungarn. Csaba ist gleich zu Beginn des Rennens umgeknickt und beißt sich heute eisenhart durch. Am Ende wird er 3. beim T81 eine Leistung, die auf Grund der Verletzung doppelt stark zu bewerten ist und die das hervorragende Ergebnis des Mammut Pro Teams abrundet.

Aufstieg

Aufstieg… auf dem Weg zum Weißhorn

Wenig später fliegt auch Ildiko aus dem Mammut Pro Team an mir vorbei. Das kenne ich schon, Ildiko überholt mich in letzter Zeit öfters. 🙂
Wir umarmen uns herzlich und ich wünsche Ildiko viel Erfolg für das weitere Rennen. Sie ist heute wieder verdammt schnell unterwegs und wird den T81 am Ende souverän gewinnen. Genau so wie den Zugspitz Ultratrail in den letzten beiden Jahren und viele andere große Rennen. Wenn Ildiko läuft, ist sie meist eine Klasse für sich.

Motiviert von den herzlichen Begegnungen geht es weiter bergauf. Die Pfade sind nun „echte“ Trails geworden und ich habe noch immer Beine aus Blei.
Ein komisches Gefühl. Mir geht’s total gut und auch mental bin ich top drauf. Dennoch hält verdammt noch mal irgendwer meine Beine fest. Zumindest fühlt es sich so an.

Während sich der Trail weiter den Berg hinauf schlängelt, sehe ich immer wieder die Bergstation des Weißhorn vor mir und beiße mich hoch. Mittlerweile laufe ich schon auf über 2000 Metern Höhe und das Panorama wird immer fantastischer.
Wie unglaublich schön die Berge hier sind!

Wie die Lemminge quälen sich die Läufer bergauf. Viele machen in der dünnen Luft unterwegs hin und wieder eine kurze Pause. Nur noch wenige Höhenmeter und ich bin oben.

Weißhorn

Blick vom Weißhorn auf über 2650 Metern Höhe in Richtung Arosa

Am Gipfel angekommen wartet ein Helfer und weist auf die Gipfelstation hin.
Hier wurde kurzfristig ein zusätzlicher Verpflegungspunkt eingerichtet.
Doch vorher bleibe ich noch einen Moment stehen und starre sprachlos in die Ferne.
Heute ist wunderschönes Wetter und die Sicht ist unglaublich.
Hunderte, wenn nicht tausende Gipfel liegen mir zu Füßen. Ich meine in der Ferne den Jungfrau-Gipfel zu erkennen.
So fühlt sich echte Freiheit an.
Einer dieser Momente, bei denen du am Gipfel ankommst und dir die Tränen in die Augen schießen.
Wenn ich daran denke, läuft mir jetzt noch Gänsehaut den Rücken runter.
Sprachlosigkeit von der Schönheit dieser Berge.

Dennoch muss ich weiter. In der Gipfelstation fülle ich schnell meine Trinkflaschen auf und nehme mir zwei Scheiben Brot. Danach geht es auf den Downhill.

Yieeha! Unten im Tal sehe ich Arosa und ich komme ins Rollen. Immer lockerer werden meine Beine und ich gerate zum ersten mal in so etwas wie einen Flow.
Ich treffe Jens. Jens liegt derzeit auf Platz 5 beim T81. Wir verquatschen uns ein wenig, während wir recht flott ins Tal rollen.
Hinein in den Ort Arosa. Wir kommen so sehr in den Groove, dass ich den nächsten Verpflegungsposten kaum wahrnehme.
Auf einmal stehe ich unter der Erde in einem Bunker!
Die haben Humor, die Schweizer!

Was ich dort vorfinde, ist der perfekte VP. Schlafplätze, Duschen, Rennarzt, Toiletten, kaltes und warmes Buffet.
Die Veranstalter scheinen aus dem letzten Jahr gelernt zu haben und bieten alles, was man sich auch auf richtig langen Strecken nur erträumen kann.
Ich mag nicht richtig essen, aber gönne mir ein Erdinger und frische trockene Kleidung für die Nacht.
Als ich aufbreche ist es mittlerweile bereits Abend geworden und ich laufe eine ganze Weile alleine.
Die Strecke geht zunächst bergab, dann flach an einem Stausee vorbei und bald wieder steil aufwärts.
Ich laufe auf Klaus auf, komme aber nicht von ihm weg, da mir noch immer die Kraft in den Beinen fehlt.
Also entschließen wir uns, uns gegenseitig den Berg hochzuziehen. Das klappt wunderbar.

Es wird Nacht

…und dann wird es Nacht

Erneut oberhalb der 2000 Meter Grenze verabschieden wir uns, denn je länger das Rennen geht, desto frischer fühlen sich meine Beine an.
Dieser Sport macht wirklich verrückte Dinge mit dem Körper!
Und dann kommt die Nacht. Ursprünglich wollte ich jetzt bereits im letzten Downhill auf dem Weg zum Ziel sein.
Doch davon bin ich noch eine ganze Weile entfernt.
Dafür laufe ich jetzt bei sternenklarem Himmel auf wundervollen Trails und genieße die Stille um mich herum.
Ich werde nicht mehr überholt, sondern „sammle“ nach und nach immer mehr Läufer der unterschiedlichen Distanzen ein.

Bald darauf erreiche ich den letzten Verpflegungspunkt in Jatz. Dort treffe ich Hans wieder. Hans kenne ich noch von gestern, da hat er die Strecke markiert.
Wir machen ein paar Witze und das gibt mir Kraft für den letzten Anstieg hinauf zum Strela Pass.
Vor dem haben irgendwie alle Schiss, denn es geht auf gut 2Kilometern noch einmal mehr als 500 Höhenmeter nach oben.

Zielspurt

Auf den letzten Metern ins Ziel

Unglaublich aber wahr, ausgerechnet jetzt kehrt nach fast 8,5 Stunden Rennzeit das Leben in meine Beine zurück.
Viele Läufer quälen sich den letzten Anstieg nach oben und ich marschiere konstant wie ein Uhrwerk.
Ich überhole einen Läufer nach dem anderen.
Am Strela Pass auf 2350 Metern Höhe angekommen, bitte ich die frierenden und tapfer unter einer Decke ausharrenden Helfer, mir ein letztes Gel aus dem Rucksack zu ziehen und stürze mich sofort auf den 5 Kilometer langen Downhill ins Tal nach Davos.
Und wieder passiere ich noch einige Läufer, unter anderem auch zwei Jungs von der 81er Strecke (später fragen die mich im Ziel, ob ich das schön öfter so gemacht hätte).

Meine Beine fühlen sich fast an, als wäre ich eben erst losgelaufen und ich krache förmlich ins Tal. Je weiter es nach unten geht, desto weniger technisch werden jetzt die Trails und bald habe ich wieder festen Boden unter den Füßen.

Im Ziel

Im Ziel ein Erdinger… ich würde sagen verdient 😉

Um kurz vor Mitternacht habe ich Davos erreicht und biege in den Zielbereich ab.

Finish!
I Feel Good!

Im Ziel treffe ich Claire von Mammut und entschuldige mich, dass ich so langsam war,
vermutlich einer der Letzten.

Ich kann es kaum glauben, als sie mir sagt, dass ich noch immer deutlich in der ersten Hälfte des Feldes bin.

Jetzt habe ich mir das Zielbier redlich verdient. Das Rennen muss ich erst mal verarbeiten.
Gute Nacht!

Sonntag:
Nach einer nur ganz kurzen Nacht mache ich mich noch mal zum Zielgelände auf. Mariann kommt rein und finisht den T81.
Frühstück. Und dann auch schon die Siegerehrung.
Ein Blick auf die Ergebnislisten zeigt mir, dass den T41 Helen Bonsor und Beni Hug, beide vom Mammut Pro Team gewonnen haben.

Der Morgen danach

Der Morgen danach – Siegerehrung

Ich bin in meiner Kategorie auf Rang 15 gelaufen. Wenn ich mir die Zeiten so ansehe, wäre mit frischen Beinen deutlich mehr drin gewesen.
Erste Gedanken kreisen um die Top10 overall und um eine Wiederkehr im nächsten Jahr.
Florian, der nach 120 Kilometern beim T201 in Führung liegend das Rennen mit Rücksicht auf den UTMB in drei Wochen aufgegeben hat, hat bereits seine Revanche angekündigt.
Das könnte im nächsten Jahr ein großes Wiedersehen werden.
Doch erstmal mache ich mich auf den Weg nach Hause, ich hab ja noch ein ordentliches Stück mit der Bahn und mit dem Flugzeug vor mir…

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2. Mammut Swiss Irontrail – (Teil 1)

Beyond the Limit and Absolute alpine!

Diese Überschrift entsteht, wenn Mammut und Tuffli Events sich entschließen einen ganz besonderen Wettkampf in den Schweizer Bergen ins Leben zu rufen: Den Swiss Irontrail.

Swiss Irontrail 2013

Nach der misslungenen Premiere auf Grund des Wetterchaos im letzten Jahr, waren die Erwartungen hoch. Noch höher war meine Vorfreude auf vier Tage Berge, Berge und nochmals Berge in den wundervollen Schweizer Alpen.

Zum Einen war ich sehr neugierig auf die Events: Wie würde das Rennen auf den vier unterschiedlichen Streckenlängen zwischen 48 und 201 Kilometern organisiert sein?
Zum Anderen war ich überglücklich: Schließlich wurde ich als einer von wenigen Teilnehmern direkt von Mammut eingeladen, an diesem Abenteuer teilzunehmen – inklusive Einkleidung in den neuesten Trailrunning Stuff von Mammut und vielversprechendem Rahmenprogramm!

Donnerstag:
Bereits früh morgens steige ich in den Flieger in Düsseldorf. Schon früh bin ich auf den Beinen, denn bereits heute erwartet mich im wahrsten Sinne des Wortes ein Mammutprogramm.

Frühstück

Hallo Schweiz – da bin ich… es kann losgehen!

In Zürich gelandet, gönne ich mir erst einmal einen leckeren Kaffee und ein kurzes Frühstück. Hallo Schweiz, da bin ich, es kann losgehen!
Mir bleibt allerdings nicht viel Zeit, denn ich muss gleich weiter nach Pontresina dem Startort des T201, dem längsten und härtesten der vier Rennen – vermutlich mit das Härteste, was es derzeit in Europa überhaupt an Ein-Tages-Rennen gibt.

Allerdings werde ich dort nicht starten, nein für mich wird es an diesem Wochenende „nur die Sprintdistanz“ der T41 mit 48 Kilometern und ca. 3000 Höhenmetern D +/- sein. Mir stecken noch immer die 73,5 Kilometer vom Klingenpfadlauf am letzten Sonntag in den Beinen und schließlich geht es schon in 3 Wochen nach Frankreich zum Ultra Trail du Mont Blanc.
Also wird dieses hier eher ein „lockeres Vorbereitungsrennen mit viel Genuss“
– so zumindest der Plan.

Pontresina, mein erstes Ziel für heute

Pontresina, mein erstes Ziel für heute

Doch wo war ich gerade? Pontresina.
Richtig. Noch fast vier Stunden Bahnfahrt liegen jetzt vor mir.
In Pontresina werde ich meine Startunterlagen abholen und vor allem endlich die Crew von Mammut und die anderen eingeladenen Läufer persönlich kennen lernen.
Einige kenne ich schon von Facebook. Darunter echte Trail-Enthusiasten, wie zum Beispiel Florian aus Österreich, oder Mariann aus Ungarn.
International wird es. Auch ein Trailrunner aus Hong Kong und einer aus Großbritannien werden dabei sein.
Wahnsinn!
Die Vorfreude steigt immer mehr.

Der Himmel weint

Erste Sicht auf die Berge – aber der Himmel weint

Während ich im Zug sitze, fliegt die Landschaft nur so an mir vorbei. Der Himmel weint.
Richtig schlechtes Wetter auf der ganzen Strecke. Und das soll auch noch einige Tage so bleiben. Mir tun bereits jetzt die Läufer auf den ganz langen Strecken leid. Hoffentlich nicht wieder ein Rennabbruch, wie im letzten Jahr. Schließlich geht es bis auf über 3000 Meter. Der Wetterbericht sagt etwas von Neuschnee.
Na das kann ja heiter werden.

Angekommen in Pontresina

Pontresina, Startnummernausgabe und Startort des T201

Einige male muss ich noch umsteigen, dann komme ich endlich in Pontresina an. Absolut pünktlich. Auf die Schweizer Bahn ist verlass.
Bevor es zur Startnummernausgabe geht, will ich mich mit Mariann und Ben noch in einem Café treffen. Beide sind schon seit gestern da und waren heute schon in den Bergen unterwegs.
Klitschnass angekommen verstehen wir uns auf Anhieb und verquatschen uns direkt, so dass wir es gerade noch pünktlich ins Hotel Schweizerhof schaffen.

Dort erwartet uns bereits Claire von Mammut und kurz darauf gibt es erneut ein großes Hallo.
Wenig später trifft auch Beni Hug ein, mit dem wir uns heute noch über Ernährung und Renntaktik austauschen wollen. Beni ist nicht nur Trainer, Leistungsdiagnostiker, Gigathlet, Mountainman-Gewinner, Profi im Mammut Team und der spätere Gewinner des T41, sondern auch richtig sympathisch.

Die Mammut Truppe und Beni

Die Mammut Truppe und Beni

Schnell geraten wir mit unserer internationalen Truppe in einen regen Austausch.
Manches Neues wird vermittelt. Manches bestätigt, manches Wissen über den Haufen geworfen.
Extrem interessant und sehr lehrreich.
Und kurz darauf ist es dann fast ein bißchen wie Weihnachten und Geburtstag, denn wir erhalten unsere Laufbekleidung. Geiles Zeug!

Noch ein kurzer Umtrunk und dann geht es auch schon weiter zur Startnummernausgabe. Schnell erhalten wir alles, was wir noch brauchen. Vom Dropbag bis zum E-Tracker mit dem wir während des Rennens online zu Verfolgen sein werden.

Ein Blick auf die Uhr verrät uns, dass wir uns jetzt beeilen müssen, schließlich wollen wir heute noch weiter nach Davos.

Schnitzel Bängg

Schnitzel Bängg (???)

Das bedeutet: Mariann, Ben und ich sprinten mit Gepäck durch den Regen, um den Zug noch so eben zu erreichen, der uns in anderthalb Stunden zum Zielort aller Distanzen bringen wird.
Puh gerade noch mal gut gegangen. Was für eine Weltreise gleich am ersten Tag.
Ben verabschiedet sich direkt. Er wird morgen früh gleich als erster von uns auf die lange Reise gehen.
Checkin ins Hotel. Noch eine leckere Pasta beim Italiener, den ich bereits vom K78 im letzten Jahr kenne. Etwas über Schweizer Kultur gelernt (Was bitte ist denn ein Schnitzel Bängg??) und dann geht es ab ins Bett. Geiler erster Tag.

Freitag:
Tag 2 beginnt erst mal mit einem ausgiebigen Frühstück. Es regnet nicht mehr so stark, aber die Berge sind noch immer Wolken verhangen.
Vor einer Stunde ist der erste Start erfolgt und die Athleten des T201 sind auf der Strecke. Die Teilnehmer des T141 werden ihnen heute Abend folgen.

Auf dem Weg zum Strela Pass

Auf dem Weg zum Strela Pass

Zeit sich noch besser zu akklimatisieren und etwas Bergluft zu schnuppern.
Wir entscheiden uns den Tag sinnvoll zu nutzen und den letzten Teil der Strecke mit dem finalen Downhill vom Strela Pass hinunter nach Davos zu erkunden, allerdings in umgekehrter Richtung: bergauf.
Auch wenn man das unglaubliche Panorma auf Grund der vielen Wolken heute nur erahnen kann, die Berge haben hier eine ganz besondere Ausstrahlung.
Die frische Luft, die unglaubliche Ruhe und die wundervolle Natur geben eine immense Kraft. Das tut unglaublich gut.

Am Pass auf 2350 Metern Höhe angekommen, kehren wir ein und gönnen uns ein leichtes Mittagessen. Alle sind unglaublich nett hier und freuen sich auf das Event.
Schließlich wird die Strecke genau hier vorbei gehen und die Hütte am Strela Pass ist zugleich der letzte Checkpoint des Rennens.

Kurz vor der Markierung der letzten Kilometer

Kurz vor der Markierung der letzten Kilometer

Wenig später treffen auch einige Jungs vom Organisationskommittee ein, die jetzt den letzten Teil der Strecke markieren.
Schnell geraten wir in eine Plauderei über das Laufen und den Sport im Allgemeinen.
Alle sind unglaublich herzlich hier. Insgesamt sind über 300 Helfer im Einsatz – und das bei gerade 400 Startern in diesem Jahr!
Was für ein tolles Gefühl, ein Teil davon zu sein.

Freundliche Kühe

This cow doesn’t speak English… But I speak „mooish“…. Moooh!

Der Wirt der Hütte zeigt uns ein Regenradar, heute Abend wird es noch einmal „knüppeldick“ kommen und direkt muss ich wieder an die Läufer auf den ganz langen Distanzen denken.
Bitte nicht wieder ein Wetter-Fiasko in diesem Jahr.
Zeit für uns aufzubrechen, wenn wir noch einigermaßen trocken ins Tal kommen wollen.
Wir müssen uns ständig bremsen, nicht zu schnell ins Tal zu shreddern, schließlich brauchen wir unsere Power morgen noch. Dann können wir uns noch genug austoben. Ein paar freundliche Kühe helfen uns dabei 🙂

Im Ort angekommen, verabreden wir uns noch auf eine leckere Pizza. Man schmeckt hier die Nähe zu Italien. Carboloading ist immer eine gute Ausrede. Lecker.
Zurück im Hotel ein letzter Blick auf den Tracker, mit dem sich das Rennen online verfolgen lässt. Florian führt ziemlich überraschend und sensationell den T201 an.
Matthias Dippacher, der bereits beim Zugspitz Ultratrail in diesem Jahr richtig weit vorne gerockt hat, läuft einem ungefährdeten Start/Ziel-Sieg beim T141 entgegen.
Wieder ein toller Tag. Ab ins Bett. Morgen ist Race-Day!

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Strela UphillStrela PassWeg in die BergeStrela UphillMuuuhFlower

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11. Klingenpfadlauf

Die Solinger bitten zum Tanz auf der Klinge

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Folge dem S – Strecke des Solinger Klingenpfad rum um die Stadt

Seitdem ich mich für längere Läufe interessiere, steht der Klingenpfadlauf rund um die „Klingenstadt Solingen“ ganz weit oben auf meiner Wunschliste.

Bislang hatte ich noch nicht das Vergnügen, doch am vergangenen Sonntag war es endlich so weit:
Meine erste Teilnahme stand an.

„Mitten in der Nacht“ um 5 klingelte bereits der Wecker.

Ich sage es immer wieder: das frühe Aufstehen ist das Einzige, was mich am Ultra-Laufsport manchmal wirklich stört 😉

Kurzes Briefing am Start

Morgens früh um 7 – Start auf dem Marktplatz in Solingen Gräfrath

In diesem Fall war die Startzeit um 7 Uhr aber wirklich nicht zu früh gewählt, denn zum Einen kündigte der Wetterbericht wieder einen heißen Sommertag an (und es wurde noch heißer als gedacht) und zum Anderen möchte man ja auch in freundschaftlicher Atmosphäre nach dem Lauf gemeinsam noch das ein oder andere Erdinger zusammen trinken.

Und so fiel dann nach einem kurzen Startbriefing durch den Veranstalter auch pünktlich der Startschuss am Gräfrather Marktplatz und die Meute von ca. 100 Startern setzte sich gemütlich durch das noch schlafende Örtchen in Bewegung.

Ab auf den Trail

Direkt nach dem Start geht es auf die schöne Strecke hinein in den Wald

Sogleich ging es in lockerem Tempo in den Wald und auf die ersten Trails, gespickt mit zahlreichen Höhenmetern gleich zu Beginn der Strecke.
Laufen im Bergischen Land ist einfach klasse, hier kann man in wirklich toller Natur und Umgebung wunderbar Laufen.

Man läuft eigentlich kaum in der Ebene, irgendwie geht es fast immer irgendwie bergauf, oder bergab.
Insgesamt zeigt meine Ambit an diesem Tag ca. 1850 Höhenmeter D+/- im Ziel.

Wie durch den Veranstalter bereits angekündigt, gibt es nach ca. 6 Kilometern den ersten Verpflegungspunkt. Insgesamt sind es auf der 73,5KM langen Strecke sage und schreibe 12 (!) Verpflegungspunkte. Das finde ich wirklich bemerkenswert im absolut positiven Sinne. Geht der Trend mittlerweile bei vielen Veranstaltungen zur Semi-Autonomie, dass heißt immer weniger Verpflegung (zu teilweise horrenden Startpreisen), so ist es hier genau umgekehrt.

Die Ultrafamilie hat Spaß

Auch die „bunten Hunde“ der Ultralaufszene waren wieder alle mit dabei – und wir hatten jede Menge Spaß!

Wahnsinn was die vielen Helfer des ausrichtenden Solinger Leichtathletik Club hier auf die Beine stellen!

Alles was man sich wünscht wird hier geboten, angefangen von Wasser, Iso, Cola, Erdinger, Kaffee über Knabbereien, Studentenfutter, Schoki, selbstgebackenem Kuchen, Schmalzbrote, vegetarische Quiche, Äpfel, Bananen, klein geschnittene Energieriegel, bis hin zu Gels, Salz- und Mineraltabletten (bestimmt hab ich noch was vergessen).  Wirklich liebevoll gibt es hier alles, was das Läuferherz während so eines langen Laufs begehrt. Eigentlich braucht man überhaupt keinen Rucksack mitzunehmen.

Daher möchte ich mich auch noch einmal ganz herzlich bei den zahlreichen Helfern und Unterstützern bedanken! Das kann man wirklich nicht oft genug tun!

Endspurt

Endspurt – Nicht mehr weit bis zum Ziel

Sehr schön auch, dass der Lauf als Etappen- und Gruppenlauf ausgeschrieben ist. Das heißt, man kann an jeder der Etappen ein- oder aussteigen. An zwei Orten wird sogar ein Rücktransport organisiert, der ebenfalls bereits im Startgeld enthalten ist.

Kein Wunder, dass sich hier wie so oft bei solchen familiär-freundschaftlichen Events wieder ein großer Teil der Ultralaufszene einfindet.

Wie herzlich es in dieser großen Familie zugeht, habe ich ja schon so oft beschrieben und auch hier war es wieder genau so. Die Kilometer und Stunden fliegen nur so dahin, während man sich „tötternd“ mit ständig wechselnden Gesprächspartnern wieder findet. Gerade gegen Ende zog sich das Feld auch immer weiter auseinander, wurde aber an den Verpflegungsposten immer wieder „eingefangen“.

Heute musste ich ab KM60 durch die große Hitze dann auch richtig beißen, für das Programm an den nächsten Wochenenden dürfte es auch ruhig mal wieder ein paar Grad kühler werden 😉

Siegerehrung

Siegerehrung – Kuchenbuffet und ein eiskaltes Erdinger Alkoholfrei aus dem Brunnen sind der verdiente Lohn

Alles in allem eine wirklich tolle, sehr herzliche Veranstaltung, die ich uneingeschränkt nur jedem ans Herz legen kann. Für das niedrige Startgeld wird einem hier das Maximum an Ultralaufsport geboten und einmal mehr der Beweis erbracht, dass es nicht immer die Berge und Veranstaltungen die „höher, härter, oder länger“ sind, sein müssen.

Auch wenn diese Rennen ganz sicher ihre Berechtigung haben und ich die Läufe in den Bergen über alles liebe – Manchmal liegen tolle Veranstaltungen direkt vor unserer Haustüre!

Und wer in Solingen einmal an wirklich jedem Verpflegungspunkt mit „olé, olé, olé“ aus dem Megaphon empfangen wurde und dies dann in der Gruppe beim Zieleinlauf in den Ort selbst laut mitgesungen hat, der will sowieso wiederkommen – garantiert!

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One Day @ Hagen Hills

Den Zombies auf der Spur

Hagen Hills

Hagen Hills Logo – Von Marco selbst gestaltet – einfach klasse!

„Im Jahr 2011 wurden die Hagen-Hills erweckt, Läufer kamen nach endlosen Stunden wie Zombies mit zerrissenen Klamotten aus den Wäldern, besinnungslos vor schier unendlicher Freude, denn sie hatten die Hagen-Hills in ihrer ganzen Pracht und Schönheit, auf engen Singletrails, laufend erleben dürfen.“

So beschreibt der Soulrunner Marco Losch seine Heimat-Trails, die in Ultralaufkreisen mit der Veranstaltung „Hagen Hills“ längst zu einer lebendigen (oder untoten?) Legende geworden sind.

Zeit, die Legende wieder aufleben zu lassen und fortzusetzen, dachte sich Marco vor ein paar Wochen und rief erneut eine Hagen-Hills-Laufserie ins Leben.
Bereits der erste Termin im Juni fand regen Zuspruch und erneut wurden die Zombies aus ihren Verstecken gelockt. Leider lag dieser Termin für mich zu nah am Zugspitz-Ultratrail, doch heute wollte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen.

Hagen Hills

Kaum ist man unterwegs, ist man mitten in der Natur!

Da für heute mit Abstand der heißeste Tag der Woche angesagt war, sollten wir nur ein sehr kleines Grüppchen werden und es sollte auch schon recht früh losgehen.
Also Wecker auf 5 Uhr gestellt und raus aus den Federn, um 7 Uhr wollten wir starten.

Pünktlich treffen Oliver und ich fast gleichzeitig ein, um Jagd auf Untote zu machen.

Und dann ging es los!

Running Uphill

Da geht es hoch? Gleich zu Beginn sammeln wir reichlich Höhenmeter

Nach einem kurzen „Hallo“, ging es gleich ab auf die feinen Trails rund um Hagen.
Man läuft kaum los und hat schon das Gefühl von Urlaub.

Man ist das grün hier. Und rauf und runter geht es auch von Anfang an. Oder eher rauf?
Hatte Marco nicht irgendwas von „du brauchst hier keine Stöcke“ gesagt? Ich komme mir vor wie beim „vertikalen Kilometer“. Marco scheucht uns durch den Wald, „hier war wohl mal ein Weg“, aber wo?
Senkrecht geht es nach oben über Stock uns Stein, oder besser gesagt über jede Menge kürzlich geschlagenes Holz.

So langsam aber sicher bekomme ich eine Ahnung, wie das mit den Zombies gemeint ist…

Trailrunning

Lässige Kerle auf coolen Trails 🙂

Weiter geht es durch die wunderbare Natur der Hagen Hills und schnell finden wir einen gemeinsamen Rhythmus.
Heute wird mir auch klar, warum wir Ultraläufer immer auf den langen Strecken unterwegs sind.
Wir tauschen uns lebhaft über Läufe, die wir bereits gemacht haben und die wir noch machen wollen aus.

Die Trails fliegen unter unseren Füßen vorbei, hier und da gehen wir auch mal eine Steigung hoch.
Die Wärme bekommen wir bereits jetzt mit voller Wucht zu spüren.

Dennoch vergeht der erste Halbmarathon so unglaublich schnell, dass ich garnicht mehr weiß, wo die Kilometer eigentlich geblieben sind.
Dafür weiß ich, wo das Wasser aus meinem Laufrucksack geblieben ist.

Am versteckten Verpflegungspunkt

Am „versteckten Verpflegungspunkt“ – Der Soulrunner hatte die Stelle am Bach vorher mit einer Feder markiert

Gott sei Dank hatte Marco im Vorfeld mitgedacht und für jeden von uns nach etwas über 20 Kilometern der Strecke in einem Bach eine große Flasche Wasser deponiert.
Eiskalt. Saugut. Die Feder weist dir den Weg.
Fast wie beim Geocachen.

Nach einer kurzen Pause geht es sofort weiter. Zombies jagen, oder gejagt werden, die Grenzen verschwimmen.
Immer wieder kommen wir an Stellen vorbei, an denen die Hitze jetzt förmlich im Hang steht.
Ab und an machen wir kurze Fotopausen, weil es hier so absolut genial ist.

Und dann wird es langsam aber sicher klar. Wir sind es – die Untoten, die gejagt werden. Der Soulrunner hat uns in seine Wälder gelockt und unsere Verwandlung hat längst begonnen – ist nicht mehr aufzuhalten.

Haspertalsperre

Rund um die wunderschöne Haspertalsperre kann man auch mal flacher laufen… wenn man will

Und auch wenn wir uns für heute entschließen, die Strecke etwas gegenüber der ursprünglichen Planung zu verkürzen und keine zusätzlichen Höhenmeter mehr einzubauen,
haben die Hagen Hills ihren bleibenden Eindruck hinterlassen und uns in ihren Bann gezogen.

Schließlich kämpfen wir uns nach fast 6 Stunden aus dem Wald heraus und Marco beschreibt es mit seinen Worten so:

„Nach endlosen Stunden erblickten sie , die Gesichter mit Schlamm verschmiert, wieder das Licht am Rande der Hagen-Hills. Das Lächeln jedes einzelnen zeigte, dass sie es geschafft hatten. Sie hatten die Zombis und bösen Dämonen besiegt und das Tor zur Glückseligkeit wieder aufgestoßen. Die Hagen-Hills sind wieder in der Hand der Trailrunner. Sie können wieder gelaufen werden… und sie werden wieder gelaufen.“

Für uns bedeutet das heute fast 45 Kilometer mit 1049 Höhenmetern.

Heute konnten wir den Zombies noch einmal entkommen, doch wer weiß, wie es im nächsten Monat aussieht, wenn die Trailrunner erneut die Hagen-Hills erobern wollen…

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One Day @ Schloss Landsberg

…oder: Männer allein im Wald

Trailrunning - los geht's

Los geht’s

Alles begann eigentlich im Forum des Trail Magazins, in dem wir uns schon lange mal zu einem Läufchen innerhalb der „Postleitzahlenregion 4„, genauer gesagt in der Region im Essener Süden zu einem gemeinsamen Trail-Läufchen verabreden wollten.
Bislang kam immer irgendwie irgendetwas dazwischen, doch am vergangenen Sonntag sollten wir es zu dritt endlich auf die Reihe bekommen.
Ein spontanes Läufchen wurde verabredet.

Ort des Geschehens sollte dabei das Waldstück rund um das Schloss Landsberg werden, ein Gebiet, das sich wunderbar als „Trailspielplatz für große Kinder“ eignet.
Wanderwege wechseln sich hier immer wieder mit schönen Singletrails ab, man kann eigentlich ständig irgendwo in einen noch schmaleren und/oder noch steileren Trail abbiegen – und das haben wir auch gemacht.

Running Uphill

Wenn wir bergauf laufen können – dann laufen wir bergauf

Eigentlich läuft man dort immer irgendwie kreuz und quer,
kommt aber doch nur selten an den gleichen Stellen 2x vorbei,
wenn man sich geschickt anstellt.
Jeder von uns konnte etwas Wissen über das Gelände mitbringen,
jeder von uns ist schon mal hier gelaufen und kennt eine andere Ecke.
Wir ergänzen uns perfekt.
Zur Sicherheit ist auch ein GPS-Gerät dabei, falls wir uns mal total verlaufen sollten…

Doch eigentlich sollte ich mit meiner Geschichte doch weiter vorne anfangen:

Es ist Sonntag Morgen, 11:00 Uhr – gefühlt mitten in der Nacht. Ich bin erst vor ein paar Stunden von einer Hochzeit zurück gekommen. Schlaf? 2 Stunden – maximal.
Und heute? der heißeste Tag der Woche – 30 Grad angesagt, strahlend blauer Himmel.
Ideale Voraussetzungen für ein längeres Gruppenläufchen. 🙂

Singeltrails

Immer wieder schöne Trails

Meine beiden Mitstreiter für heute kenne ich bislang „nur“ über das Trail Forum, mal sehen wie die so drauf sind.
Ich komme so eben pünktlich beim verabredeten Parkplatz am Schlosspark an und dort warten bereits Patrick und Eik, der unter seinem Spitznamen „Das Pulsmesser“ die Laufstrecken der Nation unsicher macht.
Beide drahtig, sportlich durchtrainiert, das Pulsmesser im Finisher Shirt des diesjährigen Rennsteig Supermarathons.
Und ich? Platt!
Na das kann ja heiter werden…
Nach einem kurzen sympathischen Hallo geht es direkt los, rein in den Wald,
rauf auf die Trails und gleich erst einmal ein paar ordentliche Höhenmeter nach oben! Hallo wach!

Ganz schön wackelig

Ganz schön wackelig – teilweise sind hier die Pfade ganz schön abenteuerlich

Ich vergesse meine Müdigkeit im Nu und wir finden erstaunlich schnell ein gemeinsames lockeres Wohlfühltempo.
Läufergeschichten werden ausgetauscht.
Spaß von der ersten Minuten an!

Bald sind wir mitten im Wald und cruisen über viele neue Trails, die wir bis dato noch nicht kannten.
Zwischenzeitlich kommen wir an der ein oder anderen abenteurlichen Stelle vorbei und machen hier und da ein kurzes Päuschen. Das ganze Areal rund um Schloss Landsberg, das auf der einen Seite von Essen Kettwig begrenzt wird und das auf der anderen Seite bis nach Ratingen Hösel reicht, hat wirklich eine Menge zu bieten.

Und da der Wald meist recht dicht ist, haben wir genug Schatten, um auch an einem so heißen Tag wie heute in der Mittagssonne laufen zu können.
Thanx God – We are Trailrunners…
Die Zeit vergeht wie im Flug – wir haben jede Menge Spaß. Trailrunning pur in bester Gesellschaft.

Schloss Landsberg

Zurück Richtung Parkplatz mit Schloss Landsberg im Hintergrund

Nach ca. 2,5 Stunden sind wir zurück am Parkplatz, gut 20 Kilometer und ca. 570 Höhenmeter sind heute zusammengekommen.

Da alle noch was vor haben (ich will nur noch ins Bett), soll es das für heute gewesen sein, aber wir sind uns sicher:
Das soll nicht nur wiederholt werden, sondern daraus könnte vielleicht auch ein regelmäßiger Lauftreff werden!
Wer aus der Region kommt und mal mit von der Partie sein will – bitte gerne melden!

Danke Jungs für den schönen Tag und einen besonderen Dank an Eik für die coolen Pics!

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24.05.13 – 30.06.13 – Endlich wieder Berge

Endlich wieder Berge!

Der Zugspitz Ultratrail ist gerade mal eine Woche her und ich habe schon wieder Sehnsucht nach den Bergen.
Ist das noch normal?
Keine Ahnung. Ist mir auch egal. Hauptsache ich komme so schnell wie möglich wieder hin. 😉

Allerdings nicht ganz so flott, wie ich es gerne hätte. Ursprünglich standen für übernächste Woche die 4 Trails auf dem Plan. Doch die müssen mindestens noch ein Jahr warten. Irgendwie geht für die ganzen Events in diesem Jahr schon so viel Urlaub drauf, dass mir eine zusätzliche Woche dann doch zu viel wird und ich meinen Rennkalender für dieses Jahr noch einmal etwas umplanen werde. Schließlich habe ich ja noch den UTMB und glücklicherweise auch den Swiss Irontrail im Team Mammut vor der Brust.
Und der wird dann auch das nächste richtige Bergrennen.
Darauf freue ich mich schon ganz besonders! Absolute Alpine!

Team Mammut

Der Swiss Irontrail im Team Mammut wird das nächste Bergrennen für mich – Die Vorfreude darauf steigt!

Doch zunächst ein Blick zurück. Die letzten Wochen liefen richtig klasse. Ich habe zwar noch immer einige Kilometer Trainingsrückstand, aber bei den Höhenmetern liege ich für dieses Jahr schon ganz gut. In den letzten Wochen sind dann auch endlich wieder mehrere längere Trainingsläufe hinzu gekommen. Hier und da war auch der ein oder andere Trainingsmarathon und länger drin. Zum einen bei uns im „welligen“ Gelände, oder in den Mittelgebirgen. Zum anderen ging es aber auch das erste mal in die Bayrischen Alpen für eine längere Tour.
Tja und dann war da auch noch der besagte Ultratrail am letzten Wochenende, von dem ich immer noch ganz geflasht bin. Einfach ein geiles Event, vor allem weil nahezu alle Verrückten der Ultratrailszene dort hinkommen. Aber darüber habe ich ja bereits ausführlich berichtet

Jetzt kann es richtig losgehen in den Bergen. Hoffentlich spielt in diesem Jahr dann irgendwann auch mal das Wetter mit.
Für mein Zugspitzprojekt scharre ich schon mit den Hufen, doch auf Grund des vielen Schnees (vor allem des Neuschnees in der letzten Woche am Zugspitz-Gipfel), ist im Moment wohl noch immer nicht dran zu denken.

Nachdem ich in den letzten Wochen durch lange Läufe gute Grundlagen gelegt habe, werde ich daher die nächsten Wochen nutzen, um mal wieder etwas am Tempo zu arbeiten. Das habe ich doch ziemlich lange vernachlässigt und da habe ich jetzt richtig Bock drauf.

Wie auch immer: derzeit macht es einfach nur riesig Spaß! Passend dazu habe ich letztens im Web etwas gefunden, dass es besser nicht ausdrücken könnte:

Ultrarunning

Verrückt, aber trotzdem macht es Spaß… Oder gerade deshalb?!

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3. Salomon Zugspitz Ultratrail

Ein Familientreffen der ganz besonderen Art

Zugspitz Ultratrail 2013

Begrüßung der besonderen Art am Ortseingang in Grainau

Es ist Juni.
Es ist Zugspitze.
Es ist Zeit für all die vielen positiv verrückten lieben Menschen.
Fast ausnahmslos alle sind sie in diesem Jahr dem Ruf des höchsten Berges Deutschlands gefolgt, frei nach Tolkien, den einen zu umrunden, sie zu knechten, sie alle zu finden, in Schmerzen zu treiben und ewig zu binden.

Doch fangen wir vorne an: Juchuuu, die Berglaufsaison ist endlich eröffnet!

Osterfelderkopf

In den Bergen angekommen – am Osterfelderkopf

Um alles voll auszukosten ging es bereits Donnerstag früh morgens per Flieger und Leihwagen über München nach Grainau.Wir wurden mit 34 Grad und strahlendem Sonnenschein empfangen.
Also nur kurz ins Hotel eingecheckt, umgezogen, Rucksack auf, schnell ein Ticket für die Kreuzeckbahn gelöst und ab nach oben zur Streckenbesichtigung des „letzten Bergs“ des Zugspitz Ultratrails.
Oben angekommen, konnte man das Bergpanorama bei Sichtweiten bis 100KM fantastisch genießen!
Zu Fuß ging es zur Hochalm und weiter bis auf den Osterfelderkopf.
Zur Verwunderung stellen wir fest: Wo hier noch vor wenigen Wochen hüfthoher Schnee lag, ist endlich alles frei!
Ein Blick vom Alpspix ins Höllental zeigt nur noch Schnee ganz oben im Bereich der ganz hohen Lagen. Gute Voraussetzungen für den Ultratrail am Samstag!

Pause am Osterfelderkopf

550 Höhenmeter Wandern und Besichtigung der Strecke – da hat man sich das Carboloading bei Pasta mit Rahmschwammerln redlich verdient. Und dazu gibt’s ein Almdudler… wie sich das gehört!

Weiter geht unsere Tour kurz in Richtung Gipfel, bevor wir eine Rast auf der Bergstation machen. Endlich in den Bergen angekommen!
Wir entschließen uns, die Wettkampfstrecke zu verlassen und biegen auf den Längenfelder ab, um von dort aus zurück zum Kreuzeck zu wandern und müssen uns bremsen, nicht schon jetzt in einen Laufschritt zu verfallen.
Downhill-Rennen können wir schließlich in zwei Tagen noch genug und die 550 positiven Höhenmeter für heute reichen so kurz vor dem Wettkampf wahrlich auch.
Also geht es mit der Bergbahn wieder runter ins Tal, duschen, umziehen und weiter ins Gasthaus, wo wir uns mit vielen lieben Leuten Treffen wollen. Gott sei Dank bestellen wir unser Essen noch vor 9 Uhr (kleiner Insider) und ein erster toller Tag geht mit einer kurzen Nachtwanderung zu Ende.

Startnummernausgabe

„Teufelsrutsch“ trifft „Trailmoppelz“ bei der Startnummernausgabe

Doch der Zweite folgt so gleich.
Heute ist relaxen angesagt.
Und shoppen.
Und Startnummern abholen.
In diesem Jahr bilden Sanne und ich, wie auch schon im letzten Jahr in Sankt Wendel bei „Keep on Running“ das Team „Trailmoppelz“.
Sanne auf der Strecke des Basetrail und ich beim Supertrail.
Spaß muss sein 😉

Nachdem so nach und nach immer mehr bekannte Gesichter in Grainau eintrudeln, entwickelt sich das Ganze zu einem riesengroßen „Dauer-Hallo“. Wow, wie schön, endlich mal wieder alle auf einem Fleck zu treffen!
Nun stehen die obligatorische Pastaparty und das Streckenbriefing auf dem Programm, bei dem wir die letzten Infos für morgen erhalten. Kiloweise werden Nudeln, Salate und Kuchen verputzt.
Immer wieder erstaunlich, was Ultraläufer so alles verdrücken können.
Der Rest des Tages geht für Rucksack packen und Pflichtausrüstung verstauen drauf. Denn die wird hier immer ganz besonders genau kontrolliert.
Gute Nacht. Bis morgäääähn.

Start

Jetzt geht’s los…

Tag 3. Action. Racetime.
Ein Kribbeln macht sich breit.
Endlich geht es los.
Das Wetter hat sich deutlich abgekühlt, der Himmel ist Wolken verhangen. Eigentlich ganz gute Bedingungen zum Laufen.
Fahrt zum Start nach Leutasch.
Check In. Countdown.
Highway to Hell dröhnt aus den Lautsprecherboxen. Startschuss.
Alles geht auf einmal schnell und ehe ich mich versehe bin ich mitten im Rennen.

Nur nicht wieder zu schnell angehen lassen und erst einmal die ersten noch recht flachen 8 Kilometer nutzen, um mich einzugrooven. Und schon geht es rauf zur Hämmermoosalm, dort fülle ich in Ruhe meinen Trinkrucksack und esse etwas Obst.
Auch in diesem Jahr ist die Verpflegung auf der Strecke wieder klasse.

Hämmermoosalm

Aufstieg zur Hämmermoosalm

Dann weiter zum Scharnitzjoch. Hier oben pfeift der Wind ziemlich kalt und man sieht zwischenzeitlich vor lauter Nebel die eigene Hand vor Augen kaum noch. Es nieselt.
Oben angekommen habe ich dennoch ein breites Grinsen im Gesicht. Mein erstes Ziel für heute habe ich erreicht. „Mich wesentlich besser fühlen als im letzten Jahr“, als es mir an gleicher Stelle von Krämpfen geschüttelt wirklich mies ging. Dagegen bin ich heute das „blühende Leben“.
Daher lasse ich es jetzt auf der anderen Seite des Bergs im Downhill erst einmal so richtig krachen. Das hatte ich mir schon letztes Jahr so sehr gewünscht und ich habe Nachholbedarf! Mehrmals setze ich mich auf Schneefeldern kräftig auf den Hintern doch das ist mir egal.
Volldampf. Bremse los. Tal abwärts.
Shredderei am absoluten Limit.

Downhill Scharnitzjoch

Auf dem Weg, runter vom Scharnitzjoch

Ich überhole im unteren Teil einen Läufer nach dem anderen und vergesse alles andere um mich herum.
Leider auch meine Vernunft, das Trinken und mir meine Kraft richtig einzuteilen.
Dämlich, hier liegen nämlich noch rund 50 Kilometer vor mir.
Aber dafür hab ich jede Menge Spaß „in den Backen“ 😉 Doch das rächt sich.
In einem Waldstück steht da plötzlich das „Trailschnittchen“ Julia Böttger und feuert mich an, fragt mich wie ich mich fühle.
„Alles super“ … gelogen.
Hinter der nächsten Ecke fange ich plötzlich an zu taumeln, mir ist kotzübel. Ich hab es übertrieben. Erstmal hinsetzen. Ein halber Liter Wasser, Mineralien und ein Gel bringen mich wieder auf die Beine. Gel – jetzt schon – Mist. Aber egal. Nach nur 5 Minuten habe ich mich wieder gefangen und ich werde wieder locker, erreiche den Hubertushof und trinke und esse erst mal ordentlich. Dort sind auch viele liebe Bekannte. Detlef muntert mich auf. Tanja, die ich im Downhill noch locker überholt habe, ist inzwischen schon wieder weiter gelaufen. Also mache ich mich ebenfalls auf den Weg.

Ferchensee

Am Ferchensee geht’s mir schon wieder viel besser – und ich kann schon wieder Faxen machen

Nun folgt das von fast allen Läufern gehasste flache Teilstück zur Geisterklamm und weiter zum Ferchensee.
Ich laufe komplett durch und freue mich, wie gut es mir wieder geht.
Auf einmal kommen von hinten ein Läufer und ein Fahrradfahrer vorbei.
Das wird doch nicht… doch, das isser! Philipp „Zauberlehrling“ Reiter kommt an mir locker vorbei geflogen.
Geiler Laufstil! Super Philipp!
Philipp wird den Ultra auf der 100 Kilometer Distanz später ziemlich souverän gewinnen.

Auch für mich geht es jetzt gut weiter. Ich fühle mich durchweg gut und kann das Rennen in diesem Jahr voll genießen.

Partnachklamm

Bester Laune am Ausgang der Partnachklamm – Danke Detlef fürs Foto 🙂

Auch wenn der Weg durch die Partnachklamm echt ganz schön heftig ist.
Erst der steile Downhill von Mittenwald runter zum Wasser, dann über Treppen und Brücken auf der anderen Seite wieder nach oben. Der Kälbersteig ist immer wieder „Starker Tobak“.
Unten lerne ich auch Dirk kennen, der mir mit Salztabletten weiter hilft. Ich hatte zwar in diesem Jahr keine Krämpfe und keine Probleme. Durch meine Aktion am Scharnitzjoch aber früh viele Mineralien verloren und meine eigenen Reserven aufgebraucht.
Nochmals einen ganz lieben Dank an dich Dirk!
Und dann kam er auch schon, der lange Aufstieg hoch zum Kreuzeck. Auch hier bin ich in diesem Jahr wesentlich lockerer hoch gekommen, als im Jahr zuvor. Auch wenn hier sicherlich noch das größte Potenzial für eine zeitliche Verbesserung in der Zukunft bleibt. Solche steilen Aufstiege von solcher Länge am Stück kann man im „Flachland“ zu Hause einfach nicht richtig trainieren. Dennoch bin ich bald oben und höre schon die gute Stimmung vom nächsten Verpflegungspunkt. Jeder einzelne Läufer, der den Anstieg hinter sich lässt wird hier frenetisch bejubelt und angefeuert. Gänsehaut läuft mir den Rücken runter.

Bergpanorama

Leider blieb uns die herrliche Aussicht vom Osterfelderkopf während des Rennens auf Grund des dichten Nebels verwehrt… gut, dass wir zwei Tage vorher schon mal oben waren 😉

Kurze Pause und dann weiter zur „Ehrenrunde“ zum Osterfelderkopf und zurück zum Kreuzeck. Die Runde kenne ich ja noch von vorgestern, auch wenn das Wetter heute wesentlich schlechter ist. Zwischenzeitlich sieht man auch hier die Hand vor Augen kaum, geschweige denn das unglaubliche Bergpanorama, das man sonst hier hat.
Zurück am Kreuzeck noch eine letzte kurze Pause und dann geht es auch schon auf den finalen Downhill über den Jägersteig in Richtung Ziel in Grainau.

Hier wird es noch einmal richtig steil, glatt und technisch – Genau das, was ich am liebsten mache und am besten kann!

Zielankunft

Wo ist hier die Zielverpflegung?

Ich habe noch genug Körner und überhole auf den letzten Kilometern noch einmal rund 20 Läufer, darunter auch einige von der Ultratrailstrecke, die mich zuvor überholt hatten.

Rock’n Roll – I’m loving it!

Als mich der Berg im Tal ausspuckt und ich nach Grainau einlaufe sind es noch etwas mehr als 2 Kilometer und ich gebe noch mal alles.
Der Ort fliegt nur so an mir vorbei.
Überall winken und rufen mir die Leute aus den Gärten und Fenstern zu. Kinder klatschen ab. Volksfeststimmung.
Der Zieleinlauf beim Zugspitz-Ultratrail ist gerade am Abend immer wieder etwas ganz besonderes!

Im Ziel

Glücklich im Ziel!

Und dann komme ich rein.
Ich höre verschwommen, wie der Sprecher meinen Namen ruft und da wartet auch schon Sanne, die ihre Berglaufpremiere mit dem gefinishten Basetrail mit Bravour bestanden hat. Carsten, Sebastian, Sandra, Marc und all die anderen sind auch da und wir fallen uns in die Arme. Detlef, der auf der Strecke schon das ein oder andere coole Pic gemacht hat, gibt den rasenden Reporter.
Dank meines Schlussspurts bin ich genau eine Stunde schneller im Ziel, als im letzten Jahr. Man ist das ein geiles Gefühl!
Darf ich noch mal… ach nee, lieber erstmal ein kühles Bier!

Der Tag danach. Klar die Knochen tun weh, aber ich bin immer noch total geflasht.
Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie sehr ich es in diesem Jahr genossen habe.

Abschlussveranstaltung

Gemeinsames Abschlussfoto – Alle Finisher sind Sieger!

Bei der Abschlussveranstaltung und der Siegerehrung treffen wir uns alle noch einmal wieder und es ist jetzt noch herzlicher als am Vorabend des Starts.
Schade, dass bald schon wieder alles vorbei ist.
Nach dem Checkout aus dem Hotel lassen wir das Wochenende noch einmal richtig lustig mit einer tollen Truppe auf der Eibseealm ausklingen, genießen Kaiserschmarren und Co und haben noch einmal einen richtig lustigen Abschlusstag!

Der Zugspitz-Ultratrail ist eben mehr, als „nur“ ein Wettkampf auf richtig anspruchsvollen Bergtrails, es ist immer wieder ein Familientreffen der ganz besonderen Art!

Und deswegen möchte ich zum Schluss noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön loswerden! Danke an euch alle, dass ihr so seid, wie ihr seid und unseren Sport einzigartig lebt und ihn damit zu etwas ganz Besonderem macht. Danke auch an die unzähligen Helfer, ohne die eine solche Veranstaltung nicht möglich wäre, das Event war wie immer super organisiert, die Verpflegung war top, die Bergwacht und die Mädels und Jungs an den Verpflegungsposten super hilfsbereit. Vielen lieben Dank!

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One Day @ Benediktenwand

Endlich wieder richtige Berge!

Endlich verzieht sich auch in den Bergen der fast endlos erscheinende Winter und der Schnee schmilzt. Zeit um die erste schöne Bergtour des beginnenden Sommers in Angriff zu nehmen. Gerade noch rechtzeitig zur Vorbereitung auf den Zugspitz-Ultratrail zog es mich am letzten Wochenende in den Bayrischen Voralpenraum, genauer gesagt in die Region zwischen Benediktbeuern und Kochel am See, um die Benediktengruppe mit ihrer 1800 Meter hohen Benediktenwand zu rocken.

Es sollte also eine Tour aus Trailrunning und etwas Kletterei werden, für die ich mir kurzfristig für Samstag Morgen einen Flug nach München, Hotel und Leihwagen organisiert hatte, um dann den restlichen Tag in den Bergen bei herrlichstem Wetter mal so richtig auszukosten.

Tom Dörner

Erster kleiner Gipfel der Tour – Auf der Sonnenspitze

Start meiner Tour sollte wie schon einige male zuvor Kochel am See sein, ein Einstieg den ich von einigen Besuchen des Rabenkopf bereits recht gut kenne.
Ab da geht es dann erst einmal hoch zur Sonnenspitze,
von wo aus ich gleich zu Beginn der Tour einen so tollen Ausblick hatte,
dass ich eine erste kurze Pause einlegen und das Panorama genießen musste.

Von dort aus ging es dann weiter übers Graseck und auf der anderen Seite des Bergs wieder nach unten in Richtung Kaltwasserwand und Bergelskopf.

Rabenkopf

Am Gipfel des Rabenkopf

Mein nächstes Ziel sollte nun der Rabenkopf sein, ein Berg, der es mir irgendwie ganz besonders angetan hat. Hierhin zu kommen, ist fast schon ein bißchen wie „nach Hause kommen“. Um so verwunderter war ich, als auf der Staffelalm, kurz unterhalb des letzten Aufstiegs die Hütte bewirtschaftet war. Das hab ich so dort auch noch nicht erlebt, aber gerne habe ich die Gelegenheit genutzt, um „im Vorbeigehen“ ein kühles alkoholfreies Weizen und ein leckeres Stück selbstgebackenen Kirschkuchen „mitzunehmen“.

Mit frischen Beinen ging es dann weiter und rauf auf den Rabenkopf, auf dem ich aber nur kurz für ein Foto halt gemacht und ihn dann wieder den zahlreichen Wanderern an diesem Tag überlassen habe. Über eine Eisenleiter geht es direkt weiter zum Schwarzeck.
Die Sonne zeigt an diesem Tag ihr schönstes Lächeln und ich genieße die Wärme.

Aussicht

Jeder genießt „seine Aussicht“ wie „er“ mag 🙂

Bald bin ich auf der bekannten Via Alpina und komme an einen Punkt, an dem nicht nur Menschen Freude an der schönen Aussicht haben.

Mein nächstes Ziel ist nun die Glaswandscharte, durch die ich in Richtung Benediktenwand aufsteige.
Ich entscheide mich jedoch zunächst nach links Richtung Brandköpfel abzubiegen, da ich nicht nur auf den Gipfel, sondern die Wand zusätzlich komplett umrunden möchte.
Und natürlich soll auch ein weiterer Zwischenstopp auf der Tutzinger Hütte drin sein.
Schließlich hab ich mir bei der Wärme ein weiteres (natürlich alkoholfreies) Weizen redlich verdient 🙂

Auf der Tutzinger Hütte komme ich schnell mit ein paar Amerikanischen Gästen ins Gespräch, die ganz begeistert von den Alpen sind und von „Weißbier“ und „Haxn“ schwärmen.

Tutzinger Hütte

Abstieg zur Tutzinger Hütte

In der Ferne grollt es und ich entschließe mich noch ein wenig zu warten, um das Gewitter vobeiziehen zu lassen und mit meinen neuen Amerikanischen Freunden zu plaudern.
Nach einer Stunde mache ich mich dann wieder auf den steilen Weg. Unglaublich, wieviel Altschnee hier noch oberhalb von 1500 Metern liegt. Hoffentlich haben wir bis zum Zugspitzultra am nächsten Wochenende noch ein paar richtig warme Tage, denn dort wird es noch einige Meter weiter nach oben gehen.
Immer höher geht es jetzt für mich und ich passiere noch das ein odere andere Altschneefeld, während ich die Benediktenwand weiter umrunde und auch den ein oder anderen Klettersteig mitnehme.

Benediktenwand

Ausblick auf den Gipfel der Benediktenwand

Eine weitere halbe Stunde später kommt dann auch endlich der Gipfel in Sicht und ich bin fast oben. Die letzten Meter über einen Berggrat fliegen im Laufschritt fast so dahin und ich hab jetzt so richtig Spaß in den Backen!
Obwohl auch hier die Aussicht wunderschön ist, bleibe ich nur kurz am Gipfel und stürze mich direkt in einen waghalsigen Downhill auf der Westseite. Wo sich sonst nur Steinböcke tummeln shredder ich am Limit in Richtung Höllgrube den Berg runter (und lege mich dabei auch einmal ordentlich hin) und frage mich am Ende wie ich da überhaupt runter gekommen bin. Unten angekommen denke ich nur „wow“ und mache kurz ein Foto.

Benediktenwand Westseite

Wo es den Downhill entlang ging kann man nur ahnen

Die meisten Höhenmeter und in etwa die Hälfte der geplanten Kilometer für diesen Tag lagen nun hinter mir und nach der ganzen Kraxelei ging es nun im Laufschritt auf einem Teil der bekannten Verbindung München-Venedig Richtung Laintal-Wasserfall und Wespenkopf durch eine wunderschöne Natur weiter. Ich laufe eine ganze Weile  parallel zum Lainbach und sehe hier und da ein paar wilde Bachforellen springen. Was für ein perfekter Tag!

Die Zeit vergeht nun wie im Flug und ich merke, wie ich so richtig runterkomme. Der Berg und die körperliche Anstrengung geben mir wieder einmal genau das, was ich an diesem Tag gesucht habe. Ich vergesse alles um mich herum, sogar das Fotografieren und ich bekomme kaum mit, wie es dunkel wird und erst mit dem letzten Büchsenlicht erreiche ich wieder meinen Startpunkt, den Parkplatz in Kochel am See nach 40 Kilometern und rund 2500 positiven Höhenmetern.

Friedenseiche

Im Hotel Friedenseiche in Benediktbeuern angekommen

Jetzt aber ab ins Hotel! Und dort treffe ich auf wirklich liebe Wirtsleute, die mich -dreckig wie ich bin- auch nach viel zu spätem Eintreffen noch herzlich Willkommen heissen und mir sogar jetzt um halb elf noch etwas zu essen machen – Wirklich keine Selbstverständlichkeit!

Ich bekomme ein wahnsinnig leckeres Wienerschnitzel mit Preiselbeeren und bin immer noch total geflasht von den Eindrücken das Tages.

Schade, dass ich am nächsten Morgen schon ganz früh wieder zurück muss, aber in wenigen Tagen bin ich ja schon wieder da, wenn die Zugspitze ruft!

Zum Schluss möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei den Wirtsleuten vom Hotel Friedenseiche in Benediktbeuern bedanken. Sie haben an einem tollen Tag mit Ihrer herzlichen Gastfreundschaft das „Tüpfelchen auf das I gesetzt“! Und auch das frühe Frühstück, dass Sie extra für mich möglich gemacht haben, war wirklich klasse!
Ich komme ganz bestimmt wieder – dann aber für länger!

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24.04.13 – 23.05.13 – Läuft!

Es läuft!

Endlich ist die Saison richtig losgegangen und die ersten beiden Laufveranstaltungen mit vielen alten und neuen Bekannten liegen hinter mir.
Zunächst stand erst einmal etwas Regeneration nach den 24 Stunden am Seilersee an. Im Nachhinein merke ich doch deutlich, wie ungewohnt das lange Laufen auf Asphalt für mich ist!

Rund um Rengsdorf

Spaß und gute Laune im Westerwald

Nach einer Regenerations- und einer Trainingswoche ging es dann auch gleich weiter in den Westerwald zum 50 Kilometer Landschaftslauf. Kein richtiger Wettkampf, eher ein Freundschaftslauf mit vielen lieben Bekannten.

Neben teils schönen Passagen durch den Wald und einigen knackigen Downhills auf schönen Singletrails waren allerdings auch hier wieder eine ganze Menge Asphaltpassagen dabei und das führte dazu, dass meine rechte Wade irgendwann „komplett zu gemacht“ hat!

Heimattrails

Es ist endlich Frühling rund um die Ruhrhöhen

Also stand erst einmal als Vorsichtsmaßnahme eine Woche Laufpause an, die ich aber dennoch mit Mountainbiking und intensivem Stabitraining und Kraftübungen gut rum bekommen habe. Diese Art des Trainings vernachlässigt man ja oft irgendwie und ich habe endlich mal wieder einen Anfang gefunden, auch dies wieder dauerhaft in meinen Trainingsplan zu integrieren – den positiven Effekt merkt man sofort!

Und dann das lange Pfingswochenende. Eigentlich war eine Teilnahme am Keufelskopf Ultratrail geplant. Kurzfristig habe ich es mir jedoch anders überlegt und es lieber auf meinen Heimattrails richtig krachen lassen – genau die richtige Entscheidung!

Downhill-Geshredder

Gemeinsames Downhill-Geshredder: Wo die Mountainbiker Spaß haben, haben wir Trailrunner das erst Recht!

Gemeinsam mit den MTB-Downhillern hatte ich richtig viel Spaß beim Shreddern auf technisch anspruchsvollen Trails. 100% Action und 100% Spaß!

Eigentlich wäre in dieser Woche eine Regenerationswoche geplant gewesen, die ich nun durch den Startverzicht beim Keufelskopf nicht benötigt habe. Dadurch bin ich nicht nur voll im Trainingsplan für den Zugspitz-Ultratrail, sondern habe sogar noch etwas Luft!

Mal sehen wie ich die Zeit nutzen werde. Ich bin mittlerweile so richtig heiss auf die Berge – ich kann es kaum noch abwarten, endlich wieder echte Bergtrails zu rocken… auch wenn für die kommenden Tage erst einmal wieder Neuschnee angesagt ist – und das Mitte Mai!

Action

Rocking the Trails

Aber der Zugspitz-Ultratrail, der UTMB und der Swiss Irontrail kommen ganz bestimmt.
Außerdem war da ja auch noch was mit der Zugspitze…

Stay tuned!

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15. Int. 50 KM Westerwaldlauf – Rund um Rengsdorf

Vatertagstour einmal anders, oder: Familientreffen der Ultralaufgemeinde im Westerwald!

TV Rengsdorf - Westerwaldlauf

Neben der 50 Kilometer Laufstrecke gibt es auch kürzere Distanzen, oder die Möglichkeit zu wandern

Wenn andere den Bollerwagen packen fragt sich der Ultraläufer an Christi Himmelfahrt, wie man den Feiertag zum Start in das lange Wochenende am besten nutzen kann. Die Antwort: Der 50 Kilometer Landschaftslauf im Westerwald!

Übliche Verdächtige

Einge der üblichen Verdächtigen der Ultralaufgemeinde

Und da sind sie auch schon wieder, die üblichen Verdächtigen der Ultralaufszene. Fast alle sind sie in den schönen Westerwaldwald gekommen – auch ich bin in diesem Jahr zum ersten mal dabei.
Die Jagd nach Bestzeiten gibt es hier nicht. Spaß haben, viele Bekannte treffen, gemeinsam Laufen und nach der Veranstaltung zusammen im Ziel ein (natürlich alkoholfreies) Bier trinken und die leckere Erbsensuppe genießen, steht hier im Vordergrund!

Und dann wäre da noch die Laufstrecke! Als Landschaftslauf mit Trailpassagen deklariert, findet der Lauf in jedem Jahr auf einer anderen Strecke statt.

Verpflegungspunkt

Am Feiertag auf dem Weg zur Kirche – für Teilnehmer des Westerwaldlaufs etwas anders

Und ich muss sagen, in diesem Jahr hatte die Strecke es teilweise ganz schön in sich.
Zum Beispiel der lange Aufstieg zum Malberg, von wo aus man einen tollen Ausblick über die vulkanischen Höhenzüge des Westerwalds hat, sowie einige knackige Singletrails im Downhill machten wirklich Spaß!
Schnell kamen hier knapp 1300 positive Höhenmeter zusammen.
Ein idealer Lauf, um Trainingkilometer zu sammeln!

Zielbierchen

Zielbierchen!

Rundum eine klasse Veranstaltung, zu der ich gerne wiederkommen werde!

🙂

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